Wohin nach der Volksschule?

Wie Sie am besten über die Schulklippe kommen

Was tun, wenn der schulische Wechselwahnsinn gerade akut ist? Wenn das Thema „Wohin nach der Volksschule?“ alles zu überlagern und alle in der Familie zu überlasten droht?


Einige Tipps der befragten Expertinnen und Experten:


• Stärken Sie Ihr Kind: Klingt plakativ, ist aber wichtig. Nur weil es eine Schularbeit verpatzt hat, heißt das nicht, dass es nichts kann und der Weg ins Gymnasium verbaut ist. Vielleicht die wichtigste Lektion: „Verbaut“ ist ohnehin nicht so schnell etwas, geschweige denn alles. Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was es gern macht, was es alles kann, wo es steht. Verfallen Sie nicht in Panik und stellen um auf Lerndrill. Das klappt nicht.


• Druck herausnehmen: Kinder müssen wissen, dass sie für ihre Eltern nicht nur das Schulkind sind, dessen Noten wichtig sind. Nehmen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn wahr, ohne dass sie Leistung nachweisen müssen. Etablieren Sie zum Beispiel gemeinsame Spieleabende mit Ihren Kindern.


• Alternativen überlegen: Alles auf eine Karte zu setzen, das persönliche Glück oder vermeintlich die ganze Zukunft von einem einzigen Weg abhängig zu machen ist immer schlecht. Überlegen Sie also rechtzeitig Alternativszenarien, falls Ihr Kind im Wunschgymnasium keinen Platz bekommen sollte. Es gibt ein Leben ohne Gymnasium oder ohne die klassische AHS-Langform mit acht Jahren. Schauen Sie, welche Schule mit ihren Schwerpunkten noch zu Ihrem Kind, seinen Interessen und Stärken, aber auch Schwächen passen würde. „Eine gut geführte Mittelschule ist keine Einbahnstraße“, sagt Heidi Schrodt. Wenn es „nur“ um den Weg zur Matura geht, sei daran erinnert, dass es nicht nur einen Weg zum Reifeprüfungszeugnis gibt. Vielleicht visieren Sie ein Oberstufenrealgymnasium an, womöglich mit einer vorgelagerten Übergangsklasse.


• Denken Sie an die nächste Stufe mit 14: Schauen Sie sich bei der infrage kommenden Mittelschule auch die Quote der Übertritte in berufsbildende höhere Schulen (BHS) an. Von allen Reifeprüfungen wird mehr als die Hälfte an BHS erworben (Abschlussjahrgang 2020: 56,7 Prozent). Denken Sie daran, dass auch die Schulfrage oft viel mit Marketing zu tun hat und die vermeintlich zweite Wahl sich in vielen Fällen als die genau richtige erweist.


• Vertrauen Sie den Lehrkräften: Nach vier gemeinsamen Jahren kennen die Volksschullehrerinnen und -lehrer Ihr Kind und dessen Leistungsfähigkeit so gut wie fast niemand sonst. Sie haben kein Interesse daran, ihm zu schaden, betont Petra Binder. Sollten Sie aber sich oder Ihr Kind ungerecht behandelt fühlen, dann haben Sie keine falsche Scheu, mit den Lehrerinnen und Lehrern zu sprechen, rät Gabriele Lener.


• Es ist alles reparierbar: Elternvertreter Karl Dwulits Tipp für andere Eltern lautet: „Manchmal sollten wir uns selbst ein bisschen bremsen. Nur weil ein noch so heilsbringender AHS-Platz nicht möglich ist, ist nicht das ganze Leben verspielt.“

Die Tipps sind eine Zusammenfassung eines vom Standard publizierten Artikels:
https://www.derstandard.at/story/2000132549625/die-qualen-der-schulwahl-volksschulkinder-am-scheideweg

Jürgen Sprickler, Direktor VS Haselstauden

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